Packende Inszenierung

"... Was bei Bach an Entwicklungen dem Notentext bereits immanent ist, bedurfte bei den beiden Werken im Höhepunkt des Konzerts der Auslegung: Chopins Polonaise-Fantasie As-Dur op. 61 und Beethovens vorausblickende Sonate c-Moll op. 111 gaben Jiang Anlass genug, seine dramaturgische Inszenierungsstärke spektakulär auszuspielen. Gerade in Beethovens Schlusssatz, der nur langsam und sachte in Bewegung gerät, um schließlich von Jiang zu einem nahezu visionären Finale geführt zu werden. Frenetische Ovationen."

Reinhard Palmer, Süddeutsche Zeitung (08/2017)
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Vom Schatten zum Licht

"... Seine Beethoven-Mondscheinsonate bewies spieltechnische Perfektion, aber auch eine enorme Musikalität und packende Ausdruckstiefe.

Der berühmte Kopfsatz floss in seelentiefer Ruhe, das Allegretto strahlte freudig bewegt, das rasante Presto-Finale perlte in höchster Präzision, bestach aber auch mit reich changierender Klangsubstanz. Großer Applaus für einen großen Klavierabend."

Reinhard Palmer, Süddeutsche Zeitung (06/2017)
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13. Euregio Festival-Konzert

"Vehement gestaltete der in München geborene Pianist Yi Lin Jiang die drei Porträts, die Szymanowski unter dem Titel „Masques“ zusammenführte. Die Faszination des Polen für den Orient und das Mediterrane, die er von einer Reise nach Sizilien, Algerien und Tunesien in seine Heimat mitbrachte, schlug sich in den Figuren Scheherazade, Tantris le Bouffon und Don Juan nieder." 

Tom Bullmann, Neue Osnabrücker Zeitung (06/2017)

 

Die jungen Coolen

"Yi Lin Jiang und Andreas Schmalhofer lieben die Moderne - und die Kontrolle. Sie sind weniger die jungen Wilden, sie sind mehr die jungen Coolen. Bei ihrem Konzert im Flügelraum des Kaufbeurer Musikhauses Pianofactum bewiesen der Cellist Andreas Schmalhofer und der in der Wertachstadt bestens bekannte Pianist Yi Lin Jiang ihre überragende musikalische Klasse. Sie verblüfften aber auch mit einer überaus professionellen, fast schon interpretatorisch distanzierten Herangehensweise an das klug gewählte Konzertprogramm. Gleich beim einleitenden Adagio und Allegro (op. 70) von Robert Schumann gingen sie die hochromantisch-emotionalen Sätze absolut abgeklärt an. Egal, ob Träumerei oder expressiver Ausbruch - Schmalhofer und Jiang waren jederzeit die Herren über Ausdruck und Dosierung. Dies setzte sich nahtlos fort bei Jiangs Interpretation der Polonaise-Fantaisie in As-Dur (op. 61) von Frédéric Chopin. Ganz nach Belieben ließ er die Töne zart zerfließend oder hart durchgeschüttelt an die Ohren der Zuhörer im voll besetzten Ausstellungsraum dringen. Da blitzten Intellekt und auch Emotion durch, aber nicht Ungestümes und auch nicht Rührseliges. Mit Benjamin Brittens Sonate in C-Dur (op. 65) für Cello und Klavier präsentieren die beiden ein Stück, dessen teils sehr herbe, aber auch effektvolle Moderne den Interpreten sichtlich Spaß machte und den Zuhörern ein anregendes und aufschlussreiches Hörerlebnis bescherte. Auch bei Claude Debussys Sonate für Cello und Klavier in d-Moll war zu spüren, dass der Cellist und der Pianist in stets präzisem Zusammenspiel die Klippen und Tücken, aber vor allem die Reize neuerer Musik zu schätzen und zu verkosten wissen. Wiederum mit umfassendem Einblick in das Wesen des Stückes und entsprechender Souveränität. Zum Abschluss meisterten die jungen Coolen, beide noch keine 30 Jahre alt, mit Johannes Brahms' Sonate für Klavier und Cello Nr. 2 in F-Dur (op. 99) einen Kraftakt. Dabei ließen sie es vor allem dynamisch durchaus deftig-heftig angehen und reizten den einen oder anderen Spielraum aus - über die Stränge schlugen sie natürlich nicht. Lang anhaltender Applaus und etliche Bravo-Rufe."

Martin Frei, Allgäuer Zeitung (02/2017)

 

Naturlyrik zwischen Brahms-Stücken

" ... War bei Brahms das erzählerische Moment vorherrschend, so trat Franz Schubert in seinen Drei Klavierstücken D 946 auch als Kämpfer in Erscheinung. Teils wehrhaft, teils resignativ lassen die Stücke an einen zerrissenen Menschen denken, der trotz großer Meisterschaft immer noch auf der Suche ist. Mit gutem Gespür lotete Yi Lin Jiang die häufigen Stimmungswechsel aus, besorgte überzeugende Übergänge und gab seinem Ross auch mal ordentlich die Sporen, ohne dabei zu überdrehen. Vergleichbares gilt für die Polonaise-Fantasie op. 61 von Frédéric Chopin. Zunächst dauerte es einige Zeit, bis sich der typische Rhythmus des Prozessionstanzes zeigen konnte, dann jedoch kamen wunderschöne Erzählstränge zum Vorschein mit vielen klavieristi­schen Feinheiten und zartesten Stimmungsbildern. Weitere Dichter kamen zu Wort. In „Morgenphantasie“ gedachte Friedrich Schiller auch des Lebensabends, und in „Der Traum“ von Wilhelm Busch wurde das lyrische Ich aus zunächst lieblichen Sphären in einen Albtraum versetzt. In die Gegenrichtung führte Joseph von Eichendorffs „Abend“, wo „die wilde Brust“ zu ihrem Ursprung in der Natur fand und darob glücklich – auch höchst romantisch – „aus Herzensgrund“ weinen durfte. Zwei Parabeln, Goethes „Zauberlehrling“ und Rilkes „Die Nacht“ vervollständigten den Part von Jürgen Wegscheider. Grimmig auffahrende Anfangsakzente führten in die Sonate c-Moll op. 111 von Ludwig van Beethoven. Gemessen an der Zahl der Sätze, nämlich nur zwei, könnte man von einer Unvollendeten sprechen – aber wie vollendet ist das Werk! Beethovens Vorschrift entsprechend führte Yi Lin Jiang maestoso durch das Kolossalgemälde des ersten Satzes, um dann zu einer an ein Wunder grenzenden Arietta zu gelangen. In fünf Variationen wurde die eindringlich leise, ständig wiederkehrende Floskel Dim-dada zu einem wehmütigen Abschiedswinken, dem der Pianist eine graziöse Leichtigkeit zu geben und dabei bis zum Schluss eine unglaubliche Spannung aufrecht zu halten wusste ..."

Eva Heer, Südwest Presse (12/2016)
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CD review: Masques

” – A mask has many meanings: does it hide reality, does it stimulate it, does it guard the truth or does it unmask it? – Chinese pianist Jiang Yi Lin presents a colourful, optimistic pianistic account from a variety of composers whose use of colour and optimism are well founded. He seeks to answer this quotation that he commences his extensive liner notes with and leaves it to the listener to decide which elements of the definition of a mask are indeed answered. The highlights of this disc are Debussy’s haunting, yet at times playful Masques which requires coherency, clarity and conciseness from the performer. His reading of the inherently difficult, yet aesthetically pleasing Dante Sonata by Liszt not only parades his technical ability but also a sense of not overpowering the listener with a work that, in the wrong hands, suffers from being nothing more than a bombastic excursion across the keyboard. Were the masks uncovered? Jiang Yi Lin is at pains to do so but at the same time, not forcing the answer onto the listener, rather employing enough creativity in his playing combined with a refined technical prowess to let them make up their own minds.”

Frank Shostakovich, Fine Music Magazine (03/2016) 

 

Klassik jugendlich aufgefrischt

“... Höhepunkt des Konzertabends: Franz Liszts (1811-1886) Klavierkonzert in Es-Dur, sein erstes. Eine “Tonschmiererei” nannte es 1855 die Leipziger Allgemeine Musikalische Zeitung. Nun, darüber kann man geteilter Meinung sein, gehört dieses Werk doch zum festen Repertoire fast aller Pianisten von Rang. Und mit Yi Lin Jiang an den Tasten geriet es zur umjubelten Sensation. Natürlich kennt der 28- jährige gebürtige Münchner die legendäre Einspielung seines Landsmannes Lang Lang in der Londoner Prince Albert Hall – auf Youtube rund zwei Millionen Mal aufgerufen –, nimmt aber deutlich Abstand von der zwar technisch brillanten, aber deutlich überzuckerten Fassung des amtierenden Klavierhelden unserer Zeit. Er findet in seiner Interpretation zu einem Gespür für den richtigen Moment im richtigen Drive, befreit sich aus Dogmen jedweder Art, formt Liszts Tondichtung erfrischend klischeefrei zu einer klingenden Delikatesse. Melancholisch verhalten in den lyrischen Phasen, bringt er sein Instrument trotzdem zum Singen, formuliert Hauptmotiv und Kadenzen zu prägnant gemeißelten Figurationen, findet in kantablen Themen zu kompromisslos ungeschmäcklerischem und antisentimentalem Ton. Geht, auch innerhalb dramatischer Konflikte, auf das mitziehende Orchester ein, lässt dem Oboen- und Geigensolo Platz, den tremolierenden Streichern, und erhebt seine Stimme im Scherzo zu rauschhafter, technisch bestechender Eleganz und im Allegro molto Finale zu donnernder Oktavenbrillanz und triumphaler Tastenleuchtkraft ...”

Helmut Kircher, Augsburger Allgemeine (02/2016) 
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Riesenapplaus für Yi Lin Jiang und Orchester

“Ein Probennachmittag mit dem Orchester der Gymnasien Schwabens (OGS). Der Dirigent hat noch Wünsche bezüglich der Phrasierung. Der chinesische Pianist Yi Lin Jiang wartet indes geduldig am Flügel, während Stephan Dollansky seiner Hundertschaft an Musikern akribisch letzte Feinheiten im Klavierkonzert Nr. 1 Es-Dur von Franz Liszt erklärt. Vier Tage hatte das Orchester Zeit gehabt, ein hochklassiges Programm mit Werken der Romantik zu gestalten. Im Richard-Wengenmeier-Saal der Musikakademie wird dann zusammengeführt, was zuvor in Heimarbeit geübt und in Registerproben für die einzelnen Instrumentengruppen sorgfältig erarbeitet wurde. Viel Arbeit für Dollansky und sensibles musikalisches Empfinden sind vonnöten ... Der Pianist Yi Lin Jiang ist zu großer künstlerischen Reife gelangt. Das Es-Dur Klavierkonzert von Franz Liszt geriet denn auch zum Höhepunkt des Konzertes. Die donnernden Passagen und schier endlosen Trillerketten gestalten sich zu einem Erlebnis. Alles auswendig spielend, hatte der Solist dieses Konzert extra einstudiert. Es lag nicht in seinem Repertoire! Riesiger Applaus, auch für das sorgfältig begleitende Orchester und als Zugabe eine Bearbeitung für Klavier solo von George Gershwins Lied “The girl I love” ...”

Peter Steinbach, Allgäuer Zeitung (02/2016) 

 

Heidelberger Klavierwoche: Virtuosität und Geist

“... Einen großen Erzählton eröffnete der Pianist ebenso in den Klavierstücken op. 118 von Brahms, ließ wunderbare Lyrik mit flammender Passioniertheit wechseln. Energiereich aufgewühlt war sein Spiel im Allegro, kraftvoll obsessiv in der Ballade, um daneben großen Zauber zu entfalten, wie im letzten Intermezzo, das er in transzendierende Sphären führte. Zum Abschluss: Bachs “Chaconne” aus der d- moll-Partita in der Bearbeitung von Ferruccio Busoni. Dabei zeigte sich noch einmal exemplarisch die Extraklasse des jungen Pianisten, der bestechende Technik und tiefe geistige Durchdringung vorbildlich verband. Quirlig verspielten Witz und Heiterkeit ließ er zwischen dem virtuosen Anstürmen der donnernden Oktaven tönen, rasant loderndes Laufwerk mündete in traumhafte Lyrik von wundersamem Farbreichtum. Insistierende, obsessive Bravour und tiefe Introspektion ließ er dabei aufeinandertreffen. Mit einem innig musizierten langsamen Satz von Bach/Marcello bedankte sich der Pianist für den begeisterten Applaus und ließ mit einer Gershwin-Bearbeitung (“The girl I love”) noch eine zweite Zugabe folgen: spielerisch leicht und vergnüglich, mit hochvirtuosen Ornamenten angereichert.”

Rainer Köhl, Rhein-Neckar-Zeitung (01/2016) 
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Plattenkritik: Masques

“Auf einem Instrument nicht nur etwas vorspielen, sondern auch eine Geschichte erzählen zu können ist eine besondere Herausforderung beim Musizieren. Dass Jiang Yi Lin mit dem Klavier etwas erzählen kann, beweist er auf sehr eindrückliche Weise mit seinem Debüt-Album “Masques”. Titelgebend für diese CD waren die drei Werke “Masques” von Karol Szymanowski, Alexander Scriabin und Claude Debussy. Der deutsch-chinesische Pianist begibt sich mit dieser Auswahl auf die Suche nach Wahrheit im Leben, die durch Masken oftmals schwer zu ergründen ist. Zusätzlich stellt er Werke von Franz Schubert, Franz Liszt und Lü Wencheng vor. Shéhérazade, der Narr Tantris und Don Juan, drei literarische Figuren, inspirierten Karol Szymanowski zu seiner Komposition “Masques”. Der erst 27- jährige Jiang Yi Lin erfüllt hier nicht nur die virtuosen Ansprüche des Werkes mit scheinbarer Leichtigkeit, sondern schafft es vor allem, mit dem Klavier die Figuren zum Leben zu erwecken. Tantris, den Narren, hört man förmlich herumspringen und -schleichen. Der Schalk und der neckische Charakter des Narren erscheinen einem im Geiste bei Yi Lins Interpretation. In einem unüberschaubaren Wust aus Akkorden in der “Sérénade de Don Juan” gibt es stets eine erzählende Melodiestimme. In der Tat klingt es wie eine sprechende Stimme, die sich manchmal in kaum aushaltbarer Spannung überschlägt und dann wieder flüstert und leise kichert. Dies verleiht der doch nicht ganz leicht verständlichen Musik eine erstaunliche Klarheit und Transparenz. Das höchst anspruchsvolle Werk Franz Liszts “Après une lecture de Dante: Fantasia quasi Sonata” erfordert Ausdauer, nicht nur für den Spieler. Jedes kleine Detail dieser Komposition arbeitet Yi Lin genau heraus, macht es für den Zuhörer erfahrbar. Dennoch verliert er sich nicht in Kleinigkeiten, sondern spannt einen großen Bogen, der das Werk plausibel macht. Nur die Drei Klavierstücke D. 946 von Franz Schubert scheinen noch nicht gänzlich durch die Interpretation des Pianisten “demaskiert” worden zu sein. Im Gegensatz zu den anderen Werken klingen sie gedeckt und zurückhaltend, ja fast geheimnisvoll. Abschließend spielt Jiang Yi Lin ein Arrangement von Chen Peixun über ein Werk der chinesischen Literatur von Lü Wencheng. “Herbstmond über dem ruhigen See” heißt es, und wie eingangs bei Szymanowski lässt Yi Lin auch hier das Klavier zum lautmalerischen Erzähler werden – das Wasser des Sees, das die Füße umspielt, ist beinahe tatsächlich spürbar. Insgesamt fügen sich alle Werke auf der CD, obwohl aus ganz verschiedenen Stilepochen, zu einem sinnvollen Ganzen. Yi Lin beweist damit große Vielfalt und Reife in der Interpretation der Stücke. Eine gelungene Debüt-CD!”

Miriam Stolzenwald, Saitensprung (12/2015) 

 

Masques: CD review

“Behind the pianistic mask is an impressive new kid on the block. The prodigiously talented Jiang Yi Lin began studies at age six, won his first competition the next year, and made his orchestral debut at ten. He’s now 27, and for his first recording has chosen a selection of works united by the concept of that which is hidden or concealed. Three Masques by Szymanowski are each named for literary figures who hid their true intentions behind literal or figurative masks. These vivid, electrifying pieces are constantly shifting, polyrhythmic studies in tonal nuance, and push the performer to “the limits of pianistic possibilities” ... Schubert’s Drei Klavierstücke, D946 function as a mirror to the Szymanowski, with Jiang equally at home exploring his dancing mask of sorrowful concealment ... this carefully considered selection works beautifully while making a strong statement about cross-cultural connectedness, and is performed with consummate technique and dash.”

Lisa MacKinney, Limelight Magazine (07/2015) 
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Récitals interprètes: Masques

“Le masque peut être celui de la dissimulation, mais aussi l’objet permettant les jeux de lumières les plus intenses. Né en Allemagne, le jeune pianiste chinois a réuni sous ce thème des pièces qu’il anime avec une heureuse discontinuité. Ses Masques de Szymanowski sont narratifs et répugnent aux brumes néo-impressionnistes. Masque op. 63 n°1 de Scriabine surgit dans un debussysme orientalisant qui “questionne” bien. Masques, à nouveau, mais cette fois-ci au pluriel (Debussy), accroit la dimension tragique, voire oppressante de l’écriture. Jiang Yi Lin traduit cela avec un son direct, sans fioriture, incisif et hautain dans la pulsation rythmique ...”

Stéphane Friédérich, Classica (07/2015) et Pianiste (07-08/2015) 

 

Masques: Album review

“The concept of masks both real and abstract purportedly unifies the present recital’s diverse offerings; but the disc also adds up to a well-contrasted and musically stimulating programme. It takes both nerve and unusual pianistic assurance to open a recital with Szymanowski’s dense and foreboding Three Masques, yet Jiang Yi Lin’s command of the notes and textural clarity justify his daring ... While other Liszt Dante Sonata recordings teem with more palpable ferocity and force, one must credit Jiang for not turning the music into an endless octave étude by virtue of his projection of long lines. Jiang’s sonority opens up in the final selection, La lune d’automne au-dessus du lac tranquille, where Chen Peixun’s transcription projects the music’s pentatonic sound world to gorgeous pianistic effect. The disc’s executive producer and Jiang’s former teacher, Ewa Kupiec (a great pianist in her own right), ought to be proud.”

Jed Distler, Gramophone (06/2015) 
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Le disque: Masques

“Ouvrir son premier disque par vingt-cinq minutes de Szymanowski, voilà qui ne manque pas de panache! C’est le geste assumé fièrement par le pianiste chinois Yi Lin Jiang, né et formé en Europe, dans un programme articulé – dans sa première partie – sur le thème des masques. A ceux de Szymanowski succèdent une brève page de Scriabine et ceux de Debussy, rapprochement bien senti tant l’influence de ces deux derniers compositeurs est sensible dans l’œuvre du Polonais. Version tout à fait honorable pour celui: si la Shéhérazade de Yi Lin Jiang n’a pas la sensualité de celle d’Anderszewski ou Tiberghien, en revanche la rythmique infaillible et le ton goguenard de Tantris et de Don Juan sont parfaitement rendus ...”

Laurent Marcinik, Diapason (06/2015) 

 

CD-Kritik Masques

“... Eine mehr als bloß interessante Werkwahl also, der Jiang Yi Lin in allen Details nicht bloß technisch bravourös gerecht wird, sei es in den Debussys Virtuosität fordernden Tonrepetitionen oder im beeindruckend einfühlsamen Nachsinnen Schubertscher Melancholie. Vollends getoppt in Liszts “Dante-Sonate”, in der dieser vielversprechende Pianist vom ersten glockenhaften Einstieg sowohl nachdenklich wie mit großer Gebärde auftrumpfend für sich einnimmt.”

Horst Reischenböck, DrehPunktKultur (06/2015) 
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Euregio Musik Festival

“Der anspruchsvollste und spannendste Beitrag des Abends ist der von Yi Lin Jiang. Er hat einen sehr selten gespielten Komponisten ausgewählt: Karol Szymanowski. Dessen dreisätzige „Masken“ von 1916 bieten ihm die Gelegenheit zu Klangzauber und großer Expressivität in einer Musik voller Dissonanzen, Zerrissenheit und jäher Kontraste. Immer neue Schattierungen und enorme Stimmungswechsel bis hin zur Brutalität verwirklicht er, nebenbei verlangt auch diese Musik ausgesprochen akrobatische Finger. Die unglaublich komplexe Struktur bewältigt er mit absoluter Bravour.”

Neue Osnabrücker Zeitung (05/2015) 

 

CD-Rezension Masques

“Es ist ein durchaus mutiges, spannendes und abwechslungsreiches Programm, das der 1988 in München geborene Chinese Jiang Yi Lin da erdacht hat, um seine Debüt-CD zu bestücken. Die “Masken”, die er aus den unterschiedlichsten Gebieten der Klavierliteratur ausgrub, sind immer ein Verkleidungsstück – für die eigenen Gedanken, die eigenen Ansichten oder aber nur zum Spaß. Schon zu Beginn mit Karol Szymanowskis Masques kann der junge Pianist durchaus überzeugen. Zwar sind einige Akzente sehr drastisch genommen, aber dennoch passen sie sich in das Geschehen gut ein. Jiang weiß, wo die Klanglichkeit des Flügels aufhört, wo ein Fortissimo zu hässlich wird. Debussys und Skrjabins “Masken” sind da schon etwas sanfter und auch etwas anders, verhaltener und mit deutlich größerem Humor und Augenzwinkern gestaltet, das Jiang bestens erfasst und trotz der technischen Anforderungen gut austarieren kann. Warum er die “Drei Klavierstücke” von Schubert mit in dieses Programm aufgenommen hat? Jiang meint, dass Schubert sein eigenes Leid verhüllt, aber sich dennoch Ausdruck verschafft. Nun, Schuberts Stücke sind ebenfalls ordentlich gestaltet, aber noch nicht ausgereift, da in ihnen doch noch nuancenreicher und feinstufiger agiert werden sollte. Aber das ist Klagen gegenüber einem spielerischen Niveau, das durchaus das Talent eines jungen Pianisten facettenreich aufzeigt. Ernsthaft und mit großartiger Übersicht auf die Dramatik wird Liszts Dante- Sonate gestaltet. Und am Abschluss findet der Jungpianist noch zu seiner Heimat – ebenfalls maskenartig. Eine vielversprechende Debüt-Einspielung.”

Carsten Dürer, PIANONews, Ausgabe 03-2015 (05/2015) 

 

Russland – Magie und Moderne

“... Das Publikum im Kongress am Park ließ sich gern entführen in die unterschiedlichen Bereiche russischer Sinfonik – Märchen, Magie und auch Moderne. Für letztere steht neben Schostakowitsch vor allem Prokofjew, dessen Schaffen aber längst einen klassischen Status angenommen hat. Sein 3. Klavierkonzert vereint Prokofjews teils wilden, teils raffinierten Gestus zwischen kühler, sachlicher Ästhetik, überbordenden Farbströmen und wilder Archaik. Bergius und sein Orchester breiteten mit Präzision und geschmeidigem Bewegungsverlauf das Klangbett für den überragenden Solisten Yi Lin Jiang. Der 27-jährige, in München geborene Shanghaier Pianist wusste mit dem Angebot viel anzufangen. Sein Spiel ist in das Orchester eingebunden; die virtuose Pranke in den märchenhaft wispernden, ekstatisch ausbrechenden Prokofjew’schen Fantasien stellt er in den Dienst des auf- und abwogenden Klangstroms. Die nach Beifallsjubel erfolgten Zugaben (Skrjabin und ein betörend swingender Gershwin) untermauerten seine Tastenkunst ...”

Manfred Engelhardt, Augsburger Allgemeine (04/2015) 
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Live video performance

 

Nahe an der Hexerei

“Kulturring – Schwäbisches Jugendsinfonieorchester bewältigt unter Allan Bergius anspruchsvolles russisches Programm mit verblüffender Perfektion und überquellender Musikalität. So überquellend wie die Besetzung auf der Bühne (die Streicher füllten sogar die seitlichen Bühnenrampen), so überquellend in Musikalität und Vitalität war das Konzert des Schwäbischen Jugendsinfonieorchesters (SJSO) im ausverkauften Kaufbeurer Stadtsaal. Überquellend auch der Applaus. Die Krönung war der Auftritt von Yi Lin Jiang als Klaviersolist. Vom ersten Ton an war der Kaufbeurer Kulturpreisträger nur noch Musik. Er ließ die Klänge fließen und strömen. Anspruchsvolle Kompositionen hatte Allan Bergius in diesem russischen Programm gewählt, das das Orchester auf Einladung des Kulturring in der Wertachstadt präsentierte. Doch der Dirigent weiß, was er seinem Klangkörper zumuten kann. Die Teenager musizierten wie die Profis ... Das Staunen ging weiter. Sergei Prokofjews (1891 bis 1953) drittes Klavierkonzert ist sein beliebtestes. Mit Yi Lin Jiang, dessen Wurzeln in Schanghai liegen, der aber der Wertachstadt eng verbunden ist, stand ein Solist zur Verfügung, der dieses virtuose Werk zum puren Genuss machte. Nie hatte man Sorge, da könnte irgendwas aus dem Ruder laufen. Dass Yi Lin Jiang sehr wohl aufgeregt war, wie er im Gespräch nach dem Konzert verriet, war überhaupt nicht zu spüren. Locker und expressiv vertraute er seine Gestik und Mimik dem Fluss der Musik an, war gleichzeitig aber immer hellwach beim Dirigenten. Dafür gibt es nur ein Wort: genial. Freude und Spaß an der Musik, an der Herausforderung einer komplexen und vertrackten, aber auch witzigen und geistreichen Partitur – das hatte nicht nur der Solist, sondern auch das Orchester. Ein Beispiel, stellvertretend für viele bewegende Momente: Wie das feierlich schreitende, barocke Gavotte-Thema des zweiten Satzes, nachdem es verschiedene Emotionen durchmachte, in der vierten Variation ins Jenseits hinüberzieht, verdunstet und dann eine Auferstehung erlebt – das war große Kunst, die Lebenswege, Seelen-Entwicklung beschreibt und nachzeichnet. Türen in die Tiefe, in spirituelle Dimensionen öffneten sich immer wieder an diesem Abend. Mehr kann Musik nicht leisten. Mit der Zugabe, solo am Klavier, öffnete Yi Lin Jiang nochmals neue Räume. “Prélude und Nocturne für die linke Hand” schrieb Alexander Skrjabin (1872 bis 1915), weil er seine Rechte durch übertriebenes Üben geschädigt hatte. Musik mit Handicap, die trotzdem oder gerade deshalb zum Erlebnis wurde. Wie man mit nur einer Hand Melodie und Begleitung gleichzeitig realisieren, dazu mit virtuoser “Beinarbeit”, mit ausgeklügelter Pedaltechnik einzelne Töne nachklingen lassen kann, andere hingegen nicht – das sind pianistische Geheimnisse, die sich dem Verständnis Normalsterblicher entziehen ...”

Markus Noichl, Allgäuer Zeitung (04/2015) 

 

Masques: CD-Tipp 2015/05

“Ausgehend vom fabelhaft gespielten Opus 34 Karol Szymanowskis, das der CD Titel und Motto gibt, durchmisst der 1988 geborene Pianist ein in der stilististischen Fülle wie in den pianistischen Herausforderungen höchst anspruchsvolles Programm. Beidem zeigt er sich gewachsen, weiß die Tonfälle mit vielfältigen Anschlagsnuancen zu variieren und das auf den ersten Blick eher heterogene Programm unter einen Bogen zu spannen.”

Juan Martin Koch, nmz (04/2015) 
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Leporello: CD-Tipp Masques

“... Auf seiner beeindruckenden Debüt-CD hat er neben den drei “Masques” von Debussy, Skrjabin und Szymanowski noch die Dante-Sonate von Franz Liszt, die Drei Klavierstücke von Schubert und ein Werk des chinesischen Komponisten Lü Wencheng eingespielt. Entstanden ist so das perspektivenreiche Porträt eines jungen Pianisten. In seinem klugen Booklet-Text schreibt Jiang Yi Lin, das höchste Ziel für einen Interpreten sei es, wenn Maske und Person zur Einheit werden, wenn der zunächst fremde Notentext der eigenen Persönlichkeit zum Ausdruck verhilft. Das ist ihm mit dieser originellen CD eindrucksvoll gelungen.”

Bernhard Neuhoff, BR-Klassik (03/2015) 
Podcast

 

Masques: Album review

“... one need not follow Jiang’s theme too literally to appreciate the suggestiveness and atmosphere of the music, which, interestingly, spans the era from early Romanticism to early modernism, a period when the composer’s identity was regarded as essential to understanding his music. Beyond this, Jiang offers a sparkling recital of fascinating music that shows his virtuosity as well as his sensitivity to moods and colors. The program’s subtext aside, this album is an effective demonstration of Jiang’s skills and musicality, and there’s no hiding that fact.”

Blair Sanderson, AllMusic (03/2015) 
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Yi Lin Jiang: Masken und mehr

“... was er an Farben und Schattierungen sowie an dynamischer Bandbreite zeigt, ist bemerkenswert. Die auch gut aufgenommene CD verdient Beachtung.”

Rémy Franck, Pizzicato (02/2015) 
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CD-Besprechung Masques

“... Eine derartige Kombination fordert vom Interpreten ein gerütteltes Maß an Einfühlung und Agilität. Der aus Shanghai stammende Pianist Yi Lin Jiang, der freilich in München zur Welt gekommen ist und in Deutschland seine musikalische Schulung erhalten hat, gerät nicht in die Gefahr, das Auseinanderstrebende über den gleichen Leisten zu schlagen. Im Gegenteil, er zeigt sich so entschlossen beweglich, dass man bisweilen nicht ohne Mühe nach seinem „eigenen Ton“ fahndet ... Wie der junge Pianist solch schillernde Facetten brillant beschwört, ist beeindruckend ...”

Mario Gerteis, Klassik-Heute (02/2015) 
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Pracowity rok Ewy Kupiec

“... Pomysł na cykl „mask” Szymanowskiego, Sriabina i Debussiego, wsparte Szubertem i Lisztem – to kolaż żnych barw, emocji i stanów – Jiang Yi Lin jest na etapie eksperymentowania. Już niedługo okaże się, co z tego wyjdzie.”

Mieczysław Burski, Polskie Radio (02/2015)
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Unverhülltes Können

“Kulturring – Pianist Jiang Yi Lin meistert mit “Masques” ein überaus anspruchsvolles Programm mit Souveränität, ja Coolness. Vom Fasching zur klassischen Klaviermusik führt eigentlich kein Weg – oder vielleicht doch. Das Konzertprogramm “Masques” (Masken) des jungen Pianisten Jiang Yi Lin hat natürlich kaum etwas mit der närrischen Zeit und noch weniger mit schenkelklopfender Ausgelassenheit zu tun. Trotzdem brachten die vom Kaufbeurer Kulturpreisträger klug ausgewählten Stücke bei seinem Konzert im Flügelraum von Pianofactum dieses Grundbedürfnis des Menschen nach Maskerade und Verwandlung tiefgründig zum Ausdruck. Seine durchaus eigenständigen Interpretationen der anspruchsvollen Stücke trug Jiang Yi Lin in brillanter Spielweise vor.

Der Künstler (Jahrgang 1988) mit chinesischen Wurzeln und engen Verbindungen in die Wertachstadt hat inzwischen sein Musikstudium abgeschlossen. Ende 2014 spielte Jiang Yi Lin seine erste CD ein. Deren Programm präsentierte er auf Einladung des Kulturrings nun auch in Kaufbeuren.

Im Mittelpunkt standen drei Stücke musikalischer Schwergewichte der Moderne, die jeweils mit “Masques” betitelt sind. Jiang Yi Lin hat Alexander Skrjabins op. 63, Nr. 1, Claude Debussys “Masques” und Karol Szymanowskis op. 34 zu einer stimmigen und überbordend vielseitigen Suite zusammengefasst. Er arbeitete Skrjabins Wechselbad der Gefühle zwischen existenzieller Angst und hehrer Freude emotional wie technisch sehr kontrolliert heraus. Debussys “Masken” lebten vor allem von der imposanten rhythmischen Gestaltung, die klar die Oberhand über die schwebend- impressionistischen Passagen behielt. Diese in moderner klanglicher Drastik und kompositorischer Finesse herausgearbeitete Dialektik zwischen Anspruch und Sein, zwischen vor und hinter der Maske ist auch das Kennzeichen von Szymanowskis musikalischer Beschreibung dreier literarischer Gestalten. Doch der Pole gestaltete die Schilderungen von Scheherazade (“1001 Nacht”), Tantris le Bouffon und Don Juan kompositorisch so komplex und fordernd, dass jeder Interpret die Masken fallen lassen und sein ganzes Können offenbaren muss. Jiang Yi Lin tat dies konzentriert, aber durchweg souverän.

Dieses Selbstbewusstsein wandelte sich bei den einleitenden “Drei Klavierstücken” (D 946) von Franz Schubert gar in jugendliche Coolness. Da waberten keine romantischen Klangschleier über den Noten. Jiang Yi Lin bot einen klaren späten Schubert, der sein persönliches Drama in bisweilen heitere Töne kleidete. Zum Ende hin blieb das Niveau unvermindert hoch, auch wenn Franz Liszts “Après une lecture de Dante”, eine Vertonung des Infernos aus der “Göttlichen Komödie”, im Vergleich zum zuvor Gehörten schon fast eingängig daherkam. Mit der Zugabe bewies der Pianist schließlich, dass aus China nicht nur exzellente Interpreten kommen, sondern auch bemerkenswerte moderne Komponisten. Mit Lü Wenchengs “Herbstmond über dem ruhigen See” fielen sämtliche musikalischen Masken, und die dramatischen Affekte mündeten in einen ehrlichen idyllisch-versöhnlichen Abschluss mit unverkennbar asiatischer Note. Tosender Applaus für eine technisch, interpretatorisch und auch konditionell beeindruckende Leistung.

Martin Frei, Allgäuer Zeitung (01/2015) 

 

Gewagt, gewonnen

“... Vom Neoklassizismus danach dann der Sprung zurück in die Klassik, und auch hier, im Dienste an Ludwig van Beethovens 3. Klavierkonzert in c-Moll, op. 37, erneut ohne vordergründigen Anspruch, sich besonders ins Rampenlicht zu stellen. Als eine sowohl einst bei Karl-Heinz Kämmerling wie in Sachen alter Musik durch Wolfgang Brunner ebenfalls als Pianistin ausgebildete Musikerin assistierte Alexandra Helldorff ihrem in München geborenen Kollegen chinesischer Abstammung Yi Lin Jiang. In ausgewogenem Wechsel der kammerorchestralen Begleitung zum Flügel, auch innerhalb in der Balance mit den hinzugetretenen Bläsern. Aufmerksam Jiangs gleichermaßen in den Ecksätzen brillant wie im Largo differenziert introvertiertem Nachsinnen folgend. Ein voller Erfolg mit entsprechendem Jubel.”

Horst Reischenböck, DrehPunktKultur Salzburg (03/2013) 
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Piano Campus à Pontoise

“En finale, on retiendra notamment la puissante vision du Chinois Yi Lin Jiang dans Après une lecture de Dante de Liszt ...”

Laure Gramont, La Lettre du Musicien (02/2013)